Zum Thema Filzen finden Sie bei uns eine reichhaltige Auswahl an Materialien und Literatur zu den verschiedenen Techniken.
 

Das Filzen ist die älteste Technik der Textilverarbeitung überhaupt und wird in unveränderter Form seit 3ooo Jahren angewandt. Noch heute werden z.B. in der Mongolei und Afghanistan die runden Yurten mit dicken Filzmatten belegt. Die Verwendung von Filz reicht vom Kleidungsstück bis zum Kultgegenstand.

Dabei handelt es sich um eine Technik, die kein anderes Werkzeug außer den eigenen Händen benötigt. Es kann leicht auch von Menschen ohne jede Handarbeitserfahrung erlernt werden und bietet zugleich eine Vielfalt an kreativen Gestaltungsmöglichkeiten.

Gefilzt werden kann mit Kamelhaar, Kaschmir, Angora, Mohair, Seide (nur in Verbindung mit anderen Fasern) und sogar Hundewolle! Am weitesten verbreitet ist jedoch das Filzen von Schafschurwolle. Betrachtet man die Wolle unter dem Mikroskop, so erkennt man die ausgeprägte Schuppenstruktur der Fasern, bei der die Schuppen wie Dachschindeln übereinander liegen. Deren Beschaffenheit und Zahl ist entscheidend für den Filzvorgang, bei dem sich die in warmem Wasser eingeweichten Fasern durch Druck und Reibung miteinander verdrehen, verschlingen und verhaken. Intensiviert wird die Filzwirkung durch den Zusatz eines alkalischen Mittels (z.B. Olivenölseife). Die Filzkraft der Wolle hängt entscheidend nicht nur von der Schafrasse ab, sondern auch z.B. von der Fütterung, vom Alter und Gesundheitszustand der Tiere oder dem Klima, in dem sie leben. Dies alles hat Einfluss auf den Fettgehalt der Wolle, die Haarstärke und Kräuselung. Die in einem Stück geschorene Felldecke des Schafes, das Vlies, dessen Wolle sich noch „in der Flocke und im Fett“ befindet, muss gewaschen, gezupft, kardiert oder gepeitscht werden, bevor es verarbeitet werden kann. Bei Kunst und Spiel erhältlich sind sowohl die vorbereiteten Vliesmatten („Filzwolle“) als auch der Kammzug („Märchenwolle“). Die Wolle von den verschiedenen Körperpartien der Schafe hat unterschiedliche Eigenschaften, die Wolle der Oberschenkel ist relativ grob, die Halswolle weicher und feiner, sie wird auch als Heilwolle verwendet. Je nach dem, was man herstellen möchte und an Wolleigenschaften benötigt, kann man entsprechend auswählen oder aber beim Kardieren eine Mischung erzeugen. Die Möglichkeiten der Weiterverarbeitung sind nahezu unbegrenzt. So kann man z.B. Spielzeuge, Figuren, Bekleidung (Hüte, Schuhe, Kleider), Schmuck, Taschen und sogar Teppiche daraus herstellen.

Zum eigenen Erproben finden Sie Bücher und Materialien in großer Auswahl in unserer Bastelabteilung oder Sie besuchen einen unserer Kurse.

   
   
   

 

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